Das Wichtigste in Kürze
- Nur noch 32 % aller Google-Suchen in den USA führen zu einem Klick – 68 % enden ganz ohne Klick auf eine Website (SparkToro/Similarweb, Juni 2026)
- Der Zero-Click-Anstieg der letzten zwei Jahre ist der stärkste der letzten zehn Jahre
- Deutschland schneidet bei jeder Kennzahl deutlich besser ab als die USA oder UK – der Trend zeigt aber in dieselbe Richtung
- Ein einfacher Check in der Google Search Console zeigt, ob Sie vom Branchentrend oder einem eigenen Problem betroffen sind
- Wer jetzt auf Vertrauenswürdigkeit, Markenaufbau und Maschinenlesbarkeit setzt, sichert sich einen Vorsprung, bevor der Wettbewerb reagiert
Ausgangslage
Anfang 2026 häuften sich bei vielen unserer Kunden dieselben Beobachtungen: Rankings, die sich über Monate kaum verändert hatten, gerieten plötzlich in Bewegung. Zwei Google-Core-Updates folgten kurz hintereinander – und brachten für die meisten B2B-Websites drastische Verschiebungen bei Top-10- und Top-100-Keywords, häufig in Form eines regelrechten Einbruchs.
Nach jedem Update gab es zunächst eine kurze Phase der Neuordnung. Dann begann die eigentliche Schere: Ein Teil der Seiten erholte sich – teils mit besseren Positionen als zuvor. Ein anderer Teil verlor dauerhaft an Sichtbarkeit. Die Gemeinsamkeit bei fast allen Beobachtungen: weniger Traffic, weniger Klicks – unabhängig davon, ob die Rankings besser oder schlechter wurden.
Was steckt dahinter? Ein aktueller Report von SparkToro liefert die Antwort.
Die Zahlen
Der Report „In 2026, Less than One Third of Google Searches Still Send a Click“ von SparkToro, basierend auf Daten des Analytics-Anbieters Similarweb, zeichnet ein eindeutiges Bild:
- Nur noch rund 32 % aller Google-Suchen in den USA führen überhaupt zu einem Klick. Die übrigen 68 % enden ganz ohne Klick auf eine Website – die sogenannte „Zero-Click Search“.
- AI Overviews beschleunigen diesen Trend spürbar: Sie erscheinen inzwischen bei über 20 % aller Suchanfragen. Ist eine KI-Zusammenfassung vorhanden, sinkt die organische Klickrate laut Ahrefs um fast 60 %.
- Der Anstieg ist historisch: 2024 lag der Zero-Click-Anteil in den USA noch bei rund 60 %. Die Zunahme auf 68 % in nur zwei Jahren ist der stärkste Sprung der letzten zehn Jahre. Zum Vergleich: 2016 lag der Wert bei rund 45 %.
- Interessant: Nicht Googles neuer „AI Mode“ treibt diesen Trend – er kam im Analysezeitraum erst auf 0,34 % der Suchen. Der Effekt kommt vor allem von den klassischen AI Overviews, laut Google selbst inzwischen mit über 1 Milliarde monatlichen Nutzern.
Was das für Ihre eigenen Zahlen bedeutet
Wenn Sie gerade selbst einen Rückgang bei Traffic oder Anfragen beobachten, stellt sich die entscheidende Frage: Ist das der branchenweite Trend – oder ein Problem, das wirklich bei Ihnen liegt? Ein einfacher erster Check in der Google Search Console gibt Orientierung:
Beide Fälle brauchen unterschiedliche Antworten. Der zweite Fall lässt sich beheben. Der erste erfordert ein Umdenken bei der Erfolgsmessung – dazu mehr weiter unten.
Warum das passiert
Google entwickelt sich zunehmend von einer Suchmaschine zu einer Antwortmaschine. Nutzer bekommen ihre Antwort direkt im Suchergebnis – und müssen Google seltener verlassen. Das ist kein Zufall, sondern folgt einer klaren Logik, die SparkToro in ihrem Report offenlegt:
- Immer mehr Menschen nutzen KI-Tools direkt: In den USA bereits über 20 % mindestens zehnmal im Monat. Google will hier nicht ins Hintertreffen geraten.
- Auch Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok übernehmen zunehmend die Rolle klassischer Suchmaschinen, vor allem bei jüngeren Zielgruppen.
- Je mehr direkte Antworten Google liefert, desto häufiger kommen Nutzer zurück und suchen erneut – ein Anreiz, den Google aktiv verstärkt.
- Wirtschaftlich lohnt sich das: Werbeeinnahmen und Klickpreise steigen weiter, obwohl die organische Klickrate sinkt.
Für Unternehmen bedeutet das: Gute Rankings sorgen nicht mehr automatisch für Traffic. SEO bleibt wichtig – aber das Ziel verschiebt sich. Inhalte dienen zunehmend dazu, in KI-Antworten zitiert zu werden und Markenbekanntheit aufzubauen, statt in erster Linie Besucher auf die eigene Website zu holen.
Deutschland: Noch Zeit
Eine Woche nach der US-Studie legte SparkToro mit derselben Methodik für fünf weitere Länder nach – darunter Deutschland. Das Ergebnis: Deutschland schneidet von allen sechs untersuchten Ländern am besten ab.
| Deutschland | USA | UK | |
|---|---|---|---|
| Klickrate | 37,9 % | 32,0 % | 30,5 % |
| Zero-Click | 62,1 % | 68,0 % | 69,5 % |
| Klicks zum offenen Web / 1.000 Suchen | 287 | 231 | 232 |
Deutschland hat die niedrigste Zero-Click-Rate und die höchste Klickrate aller untersuchten Länder. SparkToro vermutet als möglichen Grund unter anderem die strengeren EU-Regularien gegen Selbstbevorzugung durch Google – sicher ist das allerdings nicht, kulturelle und sprachliche Faktoren könnten ebenso eine Rolle spielen.
Klar ist: Das heißt nicht, dass Deutschland vom Trend verschont bleibt. Die Richtung ist dieselbe wie in den USA – nur früher in der Entwicklung. Das Fenster ist also noch offen. Wer jetzt handelt, sichert sich Sichtbarkeit, bevor der Wettbewerb nachzieht.
Was das für Kaufentscheidungen bedeutet
Für den B2B-Vertrieb wird das schon jetzt konkret spürbar. Laut G2s Answer Economy Report (April 2026, 1.076 befragte B2B-Käufer) recherchieren bereits 51 % der B2B-Software-Käufer häufiger in einem KI-Chatbot als über eine klassische Suchmaschine – ein Sprung von 29 % im April 2025. Noch deutlicher: 69 % haben sich schon für einen anderen Anbieter entschieden, als sie ursprünglich geplant hatten, weil eine KI sie umgelenkt hat. Jeder Dritte kaufte sogar bei einem Anbieter, den er vorher gar nicht kannte.
Wer in diesen Antworten nicht vorkommt, verliert nicht nur Traffic – sondern Aufträge, oft ohne es zu merken.
Janet Allkofer, Managing Director blackpepper GmbHWas jetzt zählt
- Markenaufbau statt reinem Traffic-Fokus: Sichtbarkeit zählt auch dann, wenn sie nicht sofort einen Klick erzeugt.
- Vertrauenswürdigkeit (EEAT) hinterlegen: Autorenschaft, Nachweise, Expertise – die Signale, die Google und KI-Systeme brauchen, um eine Quelle als zitierfähig einzustufen.
- Maschinenlesbarkeit herstellen: Klare Struktur hilft KI-Systemen, Inhalte korrekt zu erfassen und einzuordnen.
- Präsenz über Google hinaus: LinkedIn, Fachforen, Newsletter – Kanäle, auf denen Ihre Zielgruppe direkt erreichbar ist, unabhängig vom Klickverhalten bei Google.
- Erfolg neu messen: Reine Besucherzahlen werden zur unvollständigen Kennzahl. Sichtbarkeit in KI-Antworten und Markenbekanntheit gehören ins Reporting.
Was es dafür braucht
- Ein ehrlicher Blick auf die eigene Wirkung: Statt nur Website-Besuche zu zählen, lohnt sich eine Kennzahl, die auch Markenbekanntheit und Anfragen ohne direkten Website-Klick erfasst.
- Wissen, wo die eigene Zielgruppe tatsächlich ist: Nicht jede Plattform lohnt sich für jedes Unternehmen – entscheidend ist, wo die eigenen Kunden wirklich recherchieren.
- Strukturierte Inhalte statt loser Textwüsten: Schema-Markup allein ist laut aktueller Ahrefs-Analyse kein nachweisbarer Ranking- oder Zitat-Hebel – es hilft aber, wenn es auf tatsächlich starkem, vertrauenswürdigem Inhalt aufbaut, KI-Systemen beim korrekten Erfassen.
- Geduld mit der eigenen Website: Auch wenn der Traffic sinkt, bleibt der Einfluss der eigenen Inhalte auf KI-Antworten bestehen. Wer nicht selbst mit fundierten Inhalten präsent ist, überlässt KI-Systemen die Deutungshoheit über das eigene Fachgebiet.
- Eine realistische Einordnung: SEO verliert nicht an Bedeutung, sondern verändert sein Ziel. Bei Marken-Suchen, lokalen Anfragen und konkreten Kaufabsichten funktionieren klassische Rankings weiterhin gut.
Fazit
Der Wandel ist real, belegt und beschleunigt sich. Aber er ist kein Grund zur Panik – gerade für deutsche Unternehmen nicht: Die Daten zeigen, dass hierzulande noch mehr Zeit bleibt als in den USA oder Großbritannien. Wer diese Zeit nutzt, um Vertrauenswürdigkeit aufzubauen und Inhalte maschinenlesbar zu machen, verschafft sich einen Vorsprung, der sich später kaum noch aufholen lässt.
Wie blackpepper dabei hilft: Genau hier setzen wir an: Wir analysieren, wo Ihre Sichtbarkeit heute wirklich steht, bauen die Vertrauenssignale auf, die Google und KI-Systeme verlangen, und sorgen dafür, dass Ihre Inhalte auch für KI-Systeme maschinenlesbar sind. Kein Content-Fließband, sondern eine Strategie, die Ihr Team selbst umsetzen kann.
Häufig gestellte Fragen
Sie möchten mehr über Ihre eigene Sichtbarkeit erfahren? Wir beraten Sie gerne!
Was ist eine Zero-Click Search?+
Eine Google-Suche, die endet, ohne dass die suchende Person auf ein Ergebnis klickt – etwa weil eine KI-Zusammenfassung die Antwort direkt liefert.
Betrifft das auch kleinere B2B-Unternehmen?+
Ja. Der Trend betrifft die gesamte Google-Suche – unabhängig von Unternehmensgröße. Marken-Suchen und sehr spezifische Fachanfragen sind etwas weniger betroffen.
Wie lange bleibt das Fenster in Deutschland offen?+
Das lässt sich nicht exakt vorhersagen. Die Richtung ist aber klar dieselbe wie in den USA – nur zeitversetzt. Wer früh handelt, hat einen Vorsprung.
Was kann ich als Erstes selbst prüfen?+
Vergleichen Sie in der Google Search Console den Verlauf von Impressionen und Klicks – das zeigt, ob Sie vom Branchentrend oder einem eigenen Problem betroffen sind.
Wie stark betrifft Sie der Zero-Click-Trend wirklich?
Wir werfen im kostenlosen Erstgespräch einen Blick auf Ihre Search-Console-Daten und ordnen ein, ob Sie vom Branchentrend oder einem eigenen Sichtbarkeitsproblem betroffen sind.
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